Schimmelrisiko im Winter: 3 Tipps gegen Schimmel in der Wohnung

Sobald die Temperaturen in den Minusbereich fallen, neigen viele Menschen dazu, die Fenster beim Lüften lediglich zu kippen. Was die meisten aber nicht wissen: Findet nicht mindestens zweimal am Tag ein kompletter Austausch der Raumluft statt, steigt das Risiko für Schimmelbildung beträchtlich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das verhindern können. Schimmelrisiko

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Schimmelbildung in der Wohnung: Ursachen und Folgen

Schimmelsporen finden sich in jeder Umgebung. Aber damit sich Schimmelpilz entwickeln kann, müssen Feuchtigkeit und Wärme zusammenkommen. In den meisten Wohnungen sind die Voraussetzungen für Schimmelbildung gegeben, da die ideale Raumtemperatur bei ca. 20 Grad und die optimale Luftfeuchtigkeit für Innenräume bei ungefähr 50 % liegt. Je mehr Personen sich in einem Haushalt befinden, je mehr gekocht, gewaschen und geatmet wird, desto höher klettert der Feuchtigkeitsgehalt in der Luft und desto mehr steigt das Risiko für Schimmelpilze. Besonders gefährdet sind schlecht isolierte Altbauten, da diese häufig bauliche Mängel in der Wärmedämmung aufweisen. Die Folgen eines Schimmelpilzbefalls sind vielfältig und sollten keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden:

Gesundheitliche Folgen: Wenn Schimmelsporen in die Atemwege gelangen, können sie Husten, Schnupfen und Kopfschmerzen auslösen. Über längere Zeiträume hinweg entwickeln sich sogar chronische Krankheiten wie Asthma und Insomnie.

Folgen für die Bausubstanz: Während oberflächlicher Schimmel, wie er häufig an Fensterscheiben und in Nassräumen auftritt, in der Regel vollständig entfernt werden kann, haben Schimmelpilze, die aufgrund von baulichen Mängeln (z.B. Kältebrücken) entstehen, eine Verschlechterung des gesamten Wohnklimas zur Folge. Werden keine Maßnahmen ergriffen, kommt es zu Schäden am Mauerwerk und letzten Endes zu einer irreparablen Schädigung der Bausubstanz.


1. Tipp: Richtig Lüften – auch im Winter


Damit Ihre Wohnung nicht zu sehr auskühlt, sollten Sie mehrmals am Tag für kurze Zeit (max. zehn Minuten) lüften. Wichtig ist, dass bei jedem Lüften ein kompletter Austausch der Raumluft stattfindet, damit die gesamte Luftfeuchtigkeit nach draußen entweichen kann. Dies erreichen Sie am besten, wenn Sie für Durchzug sorgen: Öffnen Sie idealerweise die Fenster von gegenüberliegenden Räumen, während Sie die Türen offenstehen lassen. Denken Sie daran, vor dem Lüften die Heizung bzw. den Thermostat herunterzuschalten und erst dann wieder zu heizen, wenn die Fenster geschlossen sind. Den idealen Zeitpunkt zum Lüften können Sie durch ein sog. Hygrometer ermitteln, welches die Raumluftfeuchtigkeit misst: Sobald sich die Anzeige im oberen Bereich (über 50 % ) bewegt, sollten Sie für einen Luftaustausch sorgen.
In ungeheizten Räumen wie der Garage oder dem Keller ist es übrigens vollkommen ausreichend, die Fenster während des Winters in Kippstellung zu lassen. Auf diese Weise findet ein kontinuierlicher Luftaustausch statt.


2. Tipp: Richtig Heizen – auch, wenn es wehtut


Ohne Heizen geht es nicht: Um das Risiko für Schimmelbildung zu minimieren, sollten Sie darauf achten, dass Ihre Räume nicht unter 20 Grad abkühlen. Das ist wichtig, weil warme Luft mehr Feuchtigkeit bindet als kalte Luft und die Feuchtigkeit somit bei jedem Lüften nach draußen transportiert werden kann. Damit Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit auch im Winter optimal aufeinander abgestimmt sind und für ein angenehmes Wohnklima sorgen, ist es wichtig, dass Sie auch die Räume beheizen, in denen Sie sich gerade nicht aufhalten. In besonders gefährdeten Wohnräumen wie der Küche, dem Schlaf- und dem Badezimmer sollte außerdem für eine gute Luftzirkulation gesorgt sein: Stellen Sie sicher, dass alle Möbel mit einem kleinen Abstand von der Wand aufgestellt sind, damit auch hier ein Austausch der Luft stattfinden kann.

Ein Tipp: Es gibt bestimmte ätherische Öle, die antimykotische Eigenschaften besitzen und Schimmelsporen zersetzen. Teebaumöl beispielsweise können Sie sogar vorbeugend einsetzen, indem Sie ein paar Tropfen in die Wandfarbe geben. In Räumen, die während des Winters wenig genutzt werden, können Sie eine Schale Wasser mit ein paar Tropfen Teebaumöl auf die Heizung stellen. Auf diese Weise verteilen sich die Inhaltsstoffe im ganzen Raum und greifen die Sporen an, bevor sie sich vermehren können.


3. Tipp: Schimmel entfernen, sobald er entsteht


Wenn Sie erste Anzeichen von Schimmelbildung entdecken, sollten Sie schnell handeln. Solange die dunklen Flecken nämlich noch auf der Tapete oder über den Fußleisten sitzen, lassen sie sich noch mit relativ wenig Aufwand entfernen. Alkohol, Isopropanol oder Spiritus leisten hier ebenso gute Dienste wie Anti-Schimmelmittel aus dem Baumarkt. Für tiefersitzende Schimmelpilze im Mauerwerk oder in Fugen (z.B. in der Dusche) bieten sich Dampfreiniger oder starke Chlorlösungen an. Denken Sie aber daran, bei der Arbeit mit entsprechenden Mitteln grundsätzlich Einmalhandschuhe und einen Mundschutz zu tragen.
 
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