Schädlinge in der Wohnung: Was hilft?

Der neue Pullover hat ein Loch und beim nächtlichen Badezimmerbesuch huscht alles in die Ecken, sobald Sie das Licht einschalten? Die schlechte Nachricht: Sie haben mindestens zwei Schädlingsarten in der Wohnung. Die gute Nachricht: Wir zeigen Ihnen, was Sie dagegen unternehmen können Haushaltstipps

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Die häufigsten Schädlingsarten in der Wohnung

Schädlingsbefall in den eigenen vier Wänden ist nach wie vor ein Tabuthema. Dabei hat die Anwesenheit der kleinen Krabbel- und Flugtiere nur bedingt etwas mit den hygienischen Verhältnissen zu tun: Manche Tierchen kommen mit dem Wocheneinkauf ins Haus, andere fliegen oder spazieren durchs offene Fenster. Während kleine Säugetiere (Mäuse etc.) und Kakerlaken lieber vom Profi bekämpft werden sollten, können Sie gegen Insektenbefall auch selbst vorgehen. Zu den häufigsten Insektenarten, die sich gerne in Wohnungen einnisten, zählen:

• Käfer (z.B. Brotkäfer, Mehlkäfer, Moderkäfer)
• Bettwanzen
• Motten (Kleider- und Dörrobstmotte)
• Obstfliegen
• Silberfische


Präventivmaßnahmen: Was Sie tun können, um Schädlinge fernzuhalten

Grundsätzlich bleibt kein Haushalt zu 100 % von Ungeziefer verschont. Es gibt allerdings ein paar einfache Maßnahmen, durch die Sie es den Flug- und Krabbeltieren erschweren können, sich in Ihren vier Wänden niederzulassen:

Zugänge versperren: Vor Schädlingen wie Motten, diversen Käfern, Silberfischen und Kakerlaken können Sie sich schützen, indem Sie Ihnen das Eindringen erschweren: Bringen Sie Insektengitter an Fenstern und Balkontüren an und dichten Sie Ritzen im Mauerwerk und an Tür- und Fensterrahmen mit Silikon ab. Achten Sie außerdem darauf, das Fenster nur dann zu öffnen, wenn das Licht ausgeschaltet ist.

Kleiderschrank präparieren: Machen Sie es etwaigen Eindringlingen so ungemütlich wie möglich: Präparieren Sie Ihren Kleiderschrank mit Lavendel-Duftsäckchen oder geben Sie alternativ ein paar Tropfen Lavendelöl in die Wäsche. Verpacken Sie befallene Kleidungsstücke in Plastikbeutel und lagern Sie diese für 24 Stunden in der Gefriertruhe. So können Sie beispielsweise effektiv gegen Kleiderläuse vorgehen.

Lebensmittel wegräumen: Da sich die meisten Schädlingsarten von Lebensmitteln angezogen fühlen, sollten Sie dafür sorgen, dass alles gut verschlossen ist: Bewahren Sie Teigwaren, Mehl, Körner, Hülsenfrüchte etc. niemals in Papierverpackungen, sondern grundsätzlich in gut verschließbaren Plastik- oder Glasbehältern auf. Früchte und Gemüse sollten Sie während der warmen Jahreszeit grundsätzlich im Kühlschrank lagern.

Für ein gutes Raumklima sorgen: Da die meisten Schädlinge eine feuchte Umgebung bevorzugen, sollten Sie darauf achten, regelmäßig zu lüften und zu heizen. Insbesondere für´s Heizen gilt: Lieber zu viel als zu wenig.


Sofortmaßnahmen bei Schädlingsbefall: Was Sie tun können, wenn Sie Schädlinge bemerken

Auf dem Markt existiert ein breites Angebot an wirkungsvollen Mitteln zur Schädlingsabwehr. Als „erste Hilfe“ sind Motten-, Insekten- und Fliegenspray natürlich recht gut geeignet, doch häufig reichen sie nicht aus, um das Problem zu lösen bzw. die Ursachen des Schädlingsbefalls zu eliminieren. Je nach dem, was sich für Tierchen in Ihrer Wohnung eingenistet haben, können Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

Brotkäfer (Larven werden eingeschleppt; leben in Teigwaren, Knäckebrot, Reis, Gewürzen, Samen, Tierfutter etc.; Anzeichen: kleine, runde Löcher in Verpackungen): Alle befallenen Lebensmittel entsorgen; alternativ 8 bis 10 Stunden einfrieren oder mit kochendem Wasser übergießen

Mehlkäfer (Larven/Mehlwürmer werden eingeschleppt; entwickeln sich in Tierfutter und Mehl- und Getreideprodukten): Larven/Käfer wegwerfen (beliebtes Futter für Vögel), Befallenes wegwerfen oder mit heißem Wasser übergießen. Moderkäfer (Indiz für Schimmelbefall, frisst Schimmelpilze): Regelmäßig lüften und heizen; feuchte Bereiche vollständig austrocknen (für mindestens 48 Stunden extrem überheizen).

Kleidermotte (wird eingeschleppt oder fliegt herein; Larven fressen an Textilien, Pelzen und Teppichen): Befallene Textilien bei mind. 60°C waschen oder drei Tage lang ins Gefrierfach legen. Gegen die Motten/Larven selbst können Sie Schlupfwespen einsetzen: Diese legen ihre Eier in das Mottenei und töten die Larve ab. Da Schlupfwespen ausschließlich von Motten(eiern) leben, sterben auch sie ab, nachdem sie die Mottenplage beseitigt haben.

Dörrobstmotte (erwachsenes Tier legt Eier an die Verpackung, die Larven dringen ein und entwickeln sich im Inhalt; sie befallen Mehl- und Teigwaren, diverse Körner und Samen, Müsli, Nüsse, Hülsenfrüchte etc.; Anzeichen: weiße Gespinste in den Vorräten): Befallene Lebensmittel entsorgen, Schränke gut aussaugen und mit Essig auswischen; gegen die Motten selbst können Schlupfwespen eingesetzt werden.

Bettwanze (lebt in Bettgestellen und Hohlräumen; sticht und saugt Blut; kann juckende Wunden und starke allergische Reaktionen auslösen): Wanzen entsorgen (WC); Bettgestell mit doppelseitigem Klebeband abdichten; im schlimmsten Fall muss der Profi ran.

Obstfliegen (werden durch gärendes Obst angezogen; vermehren sich extrem schnell): Befallenes Obst entsorgen (Biotonne). Gekaufte Fliegenfallen aufstellen oder selbst machen (Apfelsaft-Essig-Mischung plus Spülmittel).

Silberfische (lieben es feucht und dunkel; können bei starkem Auftreten Schäden an Tapeten und Textilien verursachen): Wohnung sehr trocken halten, viel heizen und viel lüften; am Abend leicht gezuckerte Tücher auslegen, morgens im WC entsorgen; mit kochendem Salzwasser nachspülen.

Ein Tipp: Spinnen zählen übrigens NICHT zu den üblichen Schädlingen in der Wohnung. Im Gegenteil: Die achtbeinigen Gesellen sind vielleicht nicht die angenehmsten Mitbewohner, aber die in Europa heimischen Arten stellen kein gesundheitliches Risiko dar und helfen sogar mit, andere Schädlinge (z.B. Fruchtfliegen, Motten, Silberfische etc.) zu eliminieren.

 
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