Sanfte Einschlafhilfen für Babys: Tipps für ruhige Nächte


Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie leidet etwa jedes dritte Kleinkind unter Einschlafproblemen und Alpträumen. Was viele aber nicht wissen: Häufig genügen schon kleine Veränderungen im Tagesablauf bzw. im Verhalten der Eltern, um aus einer schlechten eine ruhige Nacht zu machen. Wir haben die besten Tipps zusammengestellt, wie Sie den Zubettgeh- und Einschlafprozess so stressfrei wie möglich gestalten können.
Sanfte Einschlafhilfen für Babys

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Tipp 1: Halten Sie sich an feste Zeiten


Manche Kinder brauchen mehr, andere Kinder weniger Schlaf. Diese Unterschiede machen sich in der Regel aber erst ab einem gewissen Alter bemerkbar. Babys und Kleinkinder hingegen haben ein recht einheitliches Schlafbedürfnis. Während Neugeborene in den ersten Wochen am Tag zwischen 16 und 18 Stunden Schlaf brauchen und etwa bis zum sechsten oder siebten Lebensmonat in kurzen Zyklen schlafen, werden die Schlafphasen ab etwa dem achten Monat immer länger. Erst dann nimmt auch das grundsätzliche Schlafbedürfnis ab. Versuchen Sie, Ihren Tagesablauf so zu gestalten, dass Ihr Nachwuchs die Möglichkeit hat, seinen Bedürfnissen entsprechend viel zu schlafen. Übermüdete Babys und Kleinkinder finden am Abend erst recht nicht mehr in den Schlaf.


Tipp 2: Kinder haben vor dem Fernseher nichts verloren


Die meisten kleinkindlichen Schlafprobleme resultieren daraus, dass das Unterbewusstsein mit zu vielen Informationen konfrontiert ist. Die Quelle dieser Informationen ist bei den meisten Kindern das Fernsehen: Die bewegten Bilder bleiben als zusammenhanglose Informationen im Unterbewusstsein Ihres Nachwuchses zurück und kehren in der Nacht auf beängstigende Weise wieder. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind erst dann fernsehen lassen, wenn es die Informationen entsprechend verarbeiten kann – und das ist frühestens ab dem Schulalter der Fall.


Tipp 3: Lassen Sie sich nicht auf Machtkämpfe ein


Kleinkinder gehen nicht freiwillig ins Bett, sondern werden von ihrer eigenen Müdigkeit überwältigt. Bis dahin kommen sie aber alle naselang ins elterliche Schlafzimmer und müssen noch "ganz dringend" etwas trinken oder "unbedingt" ein letztes Buch lesen. Hier hilft ein klares Machtwort: Wenn Sie sicher sind, dass Ihr Kind wirklich nur Zeit schinden will, sollten Sie sich nicht auf dieses Spiel einlassen. Bringen Sie Ihren Nachwuchs wieder ins Bett und sagen Sie ihm freundlich aber bestimmt, dass jetzt Schlafenszeit ist.


Tipp 4: Schaffen Sie eine tägliche Routine


Ein fester Tagesablauf ist für (Klein)kinder sehr wichtig. Aus diesem Grund sollten Sie das Zubettgehen nach Möglichkeit ritualisieren und Ihrem Kind mit ruhiger Stimme erklären, was jetzt passiert. So weiß Ihr Kind, dass die Schlafenszeit bevorsteht und kann zugleich die gemeinsame Zeit mit Ihnen genießen. Achten Sie darauf, Ihren Abend zu entschleunigen, und nehmen Sie sich für das abendliche Baden oder die Katzenwäsche viel Zeit. Sorgen Sie dafür, dass diese Erfahrungen für Ihr Baby oder Kleinkind angenehm sind: Singen Sie ihm etwas vor, wickeln Sie es nach dem Baden in einen kuschligen Bademantel oder Kapuzenhandtuch und kuscheln Sie mit ihm, bevor sie ihm den Schlafanzug anziehen. Singen oder lesen Sie Ihrem Kind noch etwas vor und verabschieden Sie sich ganz in Ruhe, bevor Sie den Raum verlassen. Je ruhiger Sie selbst sind, desto schneller wird Ihr Kind in den Schlaf finden.


Tipp 5: Verscheuchen Sie die Monster


Für Kleinkinder sind Monster sehr real: Die kindliche Fantasie sieht alle möglichen gruseligen Dinge aus dem Kleiderschrank spähen oder unter dem Bett hervorkriechen, sobald das Licht ausgeht. Entsprechende Äußerungen Ihres Kindes sollten Sie also sehr ernst nehmen. Um hier Abhilfe zu schaffen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Nachtlicht: Ein Nachtlicht vertreibt die Dunkelheit und gibt Ihrem Kind das Gefühl, nicht alleine gelassen zu werden. Wichtig ist, dass das Nachtlicht den Schlaf Ihres Kindes weder durch Geräusche noch durch bunte oder bewegte Bilder beeinträchtigt.
Schmusetuch: Schmuse- oder Schnuffeltücher geben Ihrem Kind ein sicheres Gefühl und beruhigen es. Achten Sie hier auf eine gute (Bio)qualität, damit Ihr Nachwuchs beim "Saugen" am Tuch keine Schadstoffe aufnimmt.
Schutzdamm: Bei etwas älteren Kleinkindern hilft es häufig, einen Schutzwall gegen die Gefahr unterm Bett zu errichten. Hierzu können Sie ganz einfach ein Kuschel- oder Stillkissen zwischen Ihren Nachwuchs und den Bettrand legen. Erklären Sie Ihrem Kind, das dieser Schutzdamm für böse Dinge unüberwindbar ist.


Tipp 6: Lassen Sie Ihr Kind mitentscheiden


Wenn Ihr Kind ab einem bestimmten Alter versucht, seinen Kopf durchzusetzen, eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Will Ihr Nachwuchs partout nicht ins Bett gehen, dann bieten Sie ihm einfach einen Handel an. Schlagen Sie z.B. vor: "Morgen kannst du so lange schlafen, wie du möchtest. Also kannst du heute gerne länger wach bleiben. Aber ich möchte trotzdem, dass du auf deinem Zimmer bleibst und dort spielst." Da Ihr Kind nun das Gefühl hat, gewonnen zu haben, wird es sehr wahrscheinlich von selbst ins Bett gehen, sobald es müde wird.
 
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